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Blasenentzündung bei Kindern

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Harnwegsinfekte, wie etwa eine Blasenentzündung, zählen zu den häufigsten bakteriellen Infektionen im Kindesalter.1 Alles Wissenswerte rund um diese Blasenerkrankung haben wir für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst; einige unserer Themen: Welche Anzeichen sind typisch? Wann sollte man mit dem Kind zum Arzt gehen und welche Maßnahmen zur Vorbeugung sind wichtig?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Blasenentzündungen bei Kindern entstehen meist dadurch, dass Darmbakterien (vor allem E. coli) über die Harnröhre in die Blase gelangen.
  • Je jünger ein Kind ist, desto unspezifischer sind die Beschwerden – bei Säuglingen kann zum Beispiel Fieber das einzige Anzeichen sein.
  • Für die Diagnose ist eine Urinuntersuchung entscheidend; bei auffälligem Befund wird zusätzlich eine Urinkultur angelegt, um den Erreger gezielt zu bestimmen.
  • Die Therapie erfolgt in der Regel mit Antibiotika.
  • Vorbeugende Maßnahmen sind die Behandlung von Risikofaktoren (zum Beispiel eine Vorhautverengung bei Jungen), eine ausreichende und über den Tag verteilte Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige, entspannte Toilettengänge.

Ursachen: Warum bekommt mein Kind eine Blasenentzündung?

Alter von sechs Jahren hatten bereits über 7 % aller Mädchen und fast 2 % aller Jungen mindestens einmal eine Harnwegsinfektion.1

Der Grund für diese Erkrankung ist bei Kindern in der Regel derselbe wie bei Erwachsenen: Körpereigene Bakterien aus der Darmflora (vor allem E. coli) gelangen an die Harnröhrenöffnung und steigen dann in die Blase auf. Dort können sie sich vermehren und eine Blasenentzündung auslösen.

Warum hat mein Kind öfter eine Blasenentzündung?

Manchmal bleibt es bei einer einzelnen Harnwegsinfektion – manche Kinder haben jedoch immer wieder neue Infekte. Dass einige häufiger mit einer Blasenentzündung zu kämpfen haben, kann verschiedene Gründe haben. Hier einige Beispiele:

Ein paar Worte zu Ihrer Beruhigung: In den meisten Fällen steckt hinter wiederkehrenden Blasenentzündungen keine angeborene Fehlbildung der Harnwege. Häufig ist es eher ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Einige Darmbakterien sind besonders hartnäckig und können sich leichter an der Blasenschleimhaut festsetzen. Und bei manchen Kindern greifen die natürlichen Schutzmechanismen in der Blase nicht immer ausreichend, um das zu verhindern. Das bedeutet: Wiederkehrende Infekte müssen kein Zeichen dafür sein, dass „etwas Schlimmes“ vorliegt. Treten die Beschwerden aber häufiger auf, wird der Kinderarzt oder Kinderurologe trotzdem prüfen, ob es Hinweise auf seltenere Ursachen gibt.

Symptome: Was deutet auf einen Harnwegsinfekt hin?

Je nach Alter Ihres Kindes kann sich eine Blasenentzündung sehr unterschiedlich bemerkbar machen – von unspezifischen Beschwerden bis zu typischen Anzeichen wie Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang. Gerade bei sehr kleinen Kindern ist die Einordnung nicht immer einfach, weil sie Schmerzen noch nicht klar benennen können. Umso wichtiger ist es, die typischen Symptome je nach Altersgruppe zu kennen und Warnzeichen wie Trinkunlust bei Neugeborenen oder Fieber grundsätzlich ernst zu nehmen.

Hier ein Überblick über mögliche Anzeichen für einen Harnwegsinfekt – je nachdem, wie alt Ihr Kind ist.

Wann sollte Ihr Kind zum Arzt?

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie bei Ihrem Kind oben genannte Anzeichen bemerken, die zu einem Harnwegsinfekt passen, sollten Sie es ärztlich abklären lassen. Bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern ist das besonders wichtig, weil Beschwerden oft unspezifisch sind und Kinder sie noch nicht verlässlich zeigen oder benennen können. Holen Sie daher in dieser Altersgruppe lieber frühzeitig – also noch am selben Tag – ärztlichen Rat ein, wenn Ihnen entsprechende Veränderungen auffallen.

Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen ist ein Arztbesuch sinnvoll, sobald die typischen Beschwerden auftreten. Besonders rasch sollten Sie Ihr Kind ärztlich vorstellen, wenn zusätzlich Fieber, Schüttelfrost oder Flankenschmerzen auftreten – dies sind Zeichen einer schweren Entzündung; auch wenn Ihr Kind insgesamt deutlich krank wirkt, ist eine zeitnahe Untersuchung ratsam. 

Diagnostik: Wie wird eine Blasenentzündung beim Kind festgestellt?

Wenn der Verdacht auf eine Blasenentzündung besteht, ist eine Urinuntersuchung der entscheidende Schritt zur Diagnosestellung. Erste Hinweise auf einen Harnwegsinfekt sind weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Nitrit im Urin.Beides kann in der Praxis meist schnell mit einem Urinteststreifen geprüft werden. Ist der Befund auffällig, wird zusätzlich eine Urinkultur angelegt. Damit lässt sich der Erreger eindeutig bestimmen und gezielt testen, welches Antibiotikum wirksam ist.

Behandlung & Vorbeugung: Was hilft Kindern bei einer Blasenentzündung?

Harnwegsinfekte bei Kindern werden in der Regel mit Antibiotika behandelt. Ob das Antibiotikum als Infusion oder als Saft bzw. Tablette gegeben wird, hängt unter anderem vom Alter des Kindes und davon ab, wie schwer die Entzündung ist.

  • Gerade bei Neugeborenen und Säuglingen sind die Beschwerden oft wenig eindeutig. Deshalb wird die Erkrankung in der Regel erst erkannt, wenn der Infekt bereits ausgeprägter ist – manchmal auch mit Beteiligung der Nieren. Hier kann die Behandlung insgesamt 7 bis 14 Tage dauern. 
  • Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen wird ein Harnwegsinfekt für gewöhnlich antibiotisch behandelt. 
    Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung reicht ein Antibiotikum als Tablette oder Saft, das über drei bis fünf Tage eingenommen wird. „Unkompliziert“ bedeutet hier, dass keine Risikofaktoren für einen schweren Verlauf vorliegen – zum Beispiel keine angeborene Fehlbildung oder Funktionsstörung der Harnwege, keine Immunschwäche und keine andere schwere Grunderkrankung.
    Bei einer Nierenbeckenentzündung mit Fieber, Flankenschmerzen und/oder Schüttelfrost ist die Behandlung in der Regel länger und kann unter Umständen ebenfalls eine Infusionstherapie erforderlich machen.

 

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Pflanzliche Arzneimittel: Eine Option bei unkomplizierten Blasenentzündungen ab 12 Jahren

Neben Antibiotika kommen bei unkomplizierten Blasenentzündungen auch pflanzliche Arzneimittel infrage. Dazu zählen Präparate mit bestimmten Heilpflanzen, die auf typische Beschwerden wie Schmerzen oder Krämpfe abzielen. Eine Option für Jugendliche ab 12 Jahren ist Canephron® Uno.3 Es enthält Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblätter. Diese Heilpflanzenkombination hat mehrere positive Effekte und kann dadurch die Symptome umfassend lindern: Sie wirkt schmerzlindernd4,5, krampflösend4,6, entzündungshemmend4,5 und bakterienausspülend7.

Schmerzmittel und ausreichende Trinkmenge

Für die Genesung Ihres Kindes ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmäßig trinkt, zum Beispiel stilles Wasser oder ungesüßten Tee. 

Bis die Antibiotika wirken, können zusätzlich schmerzlindernde Medikamente sinnvoll sein. Da je nach Alter unterschiedliche Wirkstoffe und Dosierungen infrage kommen, sollten Sie sich hierzu am besten von Ihrem Arzt beraten lassen. 

Wenn Blasenentzündungen wiederkehren: Ursachen gezielt angehen

Wenn Blasenentzündungen häufiger auftreten, geht es neben der akuten Behandlung auch darum, mögliche Auslöser zu erkennen und zu beseitigen. Der Kinderarzt oder Urologe wird zum Beispiel prüfen, ob das Wasserlassen gut funktioniert oder ob eine Blasenfunktionsstörung eine Rolle spielt – etwa, weil ein Kind den Toilettengang häufig aufschiebt oder die Blase nicht vollständig entleert.

Es können auch weitere Untersuchungen sinnvoll sein, um seltenere anatomische Besonderheiten oder Abflussprobleme abzuklären. Denn viele Faktoren, die Blasenentzündungen begünstigen, lassen sich gut behandeln.

Welche Schritte im Einzelfall angezeigt sind, hängt vom Alter des Kindes, der Häufigkeit der Infekte und dem bisherigen Verlauf ab und wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt festgelegt.

Vorbeugung: Wie Sie Ihr Kind unterstützen können

Wenn ein Kind schon einmal eine Blasenentzündung hatte, wünschen sich Eltern vor allem eins: dass es nicht gleich wieder passiert. Einige alltagstaugliche Maßnahmen können helfen, das Risiko zu senken1:

Wenn Infekte immer wiederkommen: Langzeitantibiose und „Impfung“

Neben den Alltagstipps gibt es vorbeugende Maßnahmen, die Ihr Arzt – je nach individueller Vorgeschichte – empfehlen und veranlassen kann.

  • Langzeitantibiose zur Prophylaxe: Eine dauerhafte Einnahme von Antibiotika wird bei Kindern nur in Ausnahmefällen empfohlen, zum Beispiel wenn das Risiko einer erneuten Nierenbeckenentzündung oder die Belastung durch häufige Infekte sehr groß ist.
  • „Impfung“ gegen Blasenentzündungen: Es gibt Kapseln mit inaktivierten Bakterienbestandteilen, die das Immunsystem gegen Harnwegsinfekte widerstandsfähiger machen sollen. Diese sogenannte Immunmodulation kann bei Kindern mit wiederkehrenden Blasenentzündungen zum Einsatz kommen, wenn keine Blasenfunktionsstörung vorliegt und keine anatomischen Ursachen als Auslöser bekannt sind. Der Nutzen im Kindesalter ist allerdings wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Quellen 

1. Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie und Arbeitskreis Kinder- und Jugendurologie der Deutschen Gesellschaft für Urologie: Interdisziplinäre S2k-Leitlinie: Harnwegsinfektionen im Kindesalter: Diagnostik, Therapie und Prophylaxe. Version 1, 23.08.2021, verfügbar unter: www.awmf.org/leitlinien/detail/anmeldung/1/ll/166-004.html. (Zugriff am: 21.01.26)

2. Fachinformation Canephron® Uno. Stand 2024.

3. Blasenentleerungsstörungen. Kliniken der Stadt Köln gGmbh. verfügbar unter: https://www.kliniken-koeln.de/templates/documents/downloads/1_0_WEB_Blasenentleerungsstoerung.pdf (Zugriff am: 21.01.26)

4. Gemeint sind leichte Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen und Krämpfe im Unterleib, wie sie typischerweise im Rahmen entzündlicher Erkrankungen der Harnwege auftreten.

5. Antientzündliche Eigenschaften von Canephron® wurden im experimentellen Testmodell und antientzündliche und schmerzlindernde Eigenschaften im lebenden Organismus nachgewiesen.

6. Krampflösende Eigenschaften von Canephron® wurden im experimentellen Testmodell an Blasenstreifen des Menschen belegt.

7. Adhäsionsvermindernde Eigenschaften von Canephron® wurden im experimentellen Testmodell nachgewiesen. Die Anheftung von Bakterien an die Blasenschleimhaut wird vermindert und dadurch die Ausspülung der Bakterien unterstützt.

8. Höller M, Steindl H, Abramov-Sommariva D, Wagenlehner F, Naber KG, Kostev K. Treatment of Urinary Tract Infections with Canephron® in Germany: A Retrospective Database Analysis. Antibiotics. 2021;10(6):685.

 

Bildnachweise

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Autor/-in unseres Artikels
Dr. med. Michaela Hilburger, Medizinjournalistin
Dr. med. Michaela Hilburger
Medizinjournalistin
Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
Berufliche Stationen:
  • Klinikum Landshut gemeinnützige GmbH, Abteilung Urologie, Landshut
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Medizinische Prüfung des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Medizinjournalistin
Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung
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