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Aktualisiert am 05.08.2022

Lesedauer: 5 Minuten

Blasenentzündungen in der Schwangerschaft

Autorin: , Medizinjournalistin

Wieso kommt es während der Schwangerschaft häufiger zu Blasenentzündungen?

Der Grund, warum Harnwegsinfektionen während einer Schwangerschaft häufiger auftreten können, ist vor allem der verlangsamte Harnabfluss. Dies liegt zum einen an den hormonellen Umstellungen, wodurch die Harnleiter weiter werden. Zum anderen steigt mit Fortschreiten der Schwangerschaft und dem größer werdenden Bauch auch der Druck auf die Harnleiter. Das erleichtert es möglichen Bakterien, sich in der Schleimhaut von Blase und Harnröhre anzusiedeln und zu vermehren.

Bei einem Teil der Schwangeren kommt es zu einer sogenannten asymptomatischen Bakteriurie. Damit ist gemeint, dass im Urin Bakterien nachgewiesen werden, die Betroffene aber keine Beschwerden hat. In manchen Fällen kann sich daraus aber eine Zystitis (Blasenentzündung) mit Symptomen entwickeln, seltener auch mit Beteiligung der Nieren, dann spricht man von einer Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung).

Bei mehr als einer Blasenentzündung während der Schwangerschaft bzw. einer Entzündung während und einer kurz davor, spricht man von rezidivierenden Harnwegsinfektionen, also häufig wiederkehrenden Zystitiden. Bei Symptomen und auch bei symptomfreiem positiven Bakteriennachweis (asymptomatischen Bakteriurie) sollte bei Schwangeren immer zeitnah eine körperliche Untersuchung und eine Urinuntersuchung inklusive Urin-Kultur durchgeführt werden. Bei Schwangeren ist es besonders wichtig, frühzeitig den genauen Erreger festzustellen, um diesen gezielt therapieren zu können.

Behandlung mit Antibiotika

Da während einer Schwangerschaft nicht alle Antibiotika gegeben werden können, ist die Auswahl etwas eingeschränkter als bei nicht schwangeren Frauen. Nach Beenden der Therapie ist es wichtig, dass die sogenannte Erreger-Eradikation, also die erfolgreiche Bekämpfung der Keime, durch eine erneute Urinkultur bestätigt wird.

Hier erfahren Sie mehr zu Antibiotika bei Blasenentzündungen 

Ist eine Blasenentzündung gefährlich in der Schwangerschaft?

Bei ansonsten gesunden Schwangeren kann eine akute Zystitis in der Regel schnell und sicher behandelt werden, ohne dass eine Gefährdung für das Kind entsteht. Wichtig ist aber, dass die typischen Symptome rechtzeitig erkannt und entsprechend therapiert werden. Bei einer Blasenentzündung besteht sonst immer die Gefahr, dass sich die Infektion unbehandelt in die Nieren oder noch weiter im Körper ausbreitet.

Schwangere sollten bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung allerdings diesen Verdacht sofort vom Arzt überprüfen lassen, um die Infektion unter ärztlicher Aufsicht behandeln zu lassen.

Mehr zur Diagnostik lesen Sie hier: Wann zum Arzt?

Auch eine asymptomatische Bakteriurie sollte immer behandelt werden, da sie das Risiko für die Entstehung einer Harnwegsinfektion erhöht. Außerdem besteht durch das Vorliegen zum Ende der Schwangerschaft hin das Risiko für vorzeitige Wehentätigkeiten oder einen vorzeitigen Blasensprung.

Wichtige Fragen und Antworten zu hormonbedingten Blasenentzündungen

Schwangerschaft: Kann eine Blasenentzündung dem Baby schaden?

In den meisten Fällen stellt eine akute Zystitis bei ansonsten gesunden Schwangeren bei rechtzeitiger Behandlung keine Gefahr für das ungeborene Kind dar. Die Betonung liegt hier allerdings auf der rechtzeitigen Behandlung. Während der Schwangerschaft sollte anders als bei nicht schwangeren Frauen jede Blasenentzündung, auch asymptomatische Harnwegsinfektionen, zeitnah ärztlich abgeklärt und entsprechend therapiert werden. Ohne adäquate Behandlung besteht die Gefahr, dass die Infektion zu den Nierenbecken oder Nieren aufsteigt und zu schweren Komplikationen für Mutter und Kind führen kann.


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