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Aktualisiert am 23.01.2023

Blasenentzündung durch Hormonveränderungen

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Phasen hormoneller Umstellungen führen besonders häufig zu Blasenentzündungen. Die Pubertät, Wechseljahre, Schwangerschaft oder die Zeit vor der Menstruation sind Beispiele dafür. Doch warum ist das so? Welche Frauen sind besonders betroffen und was kann man dagegen bzw. vorbeugend tun?

Lesedauer: 4 Minuten

Grundlagen und Risikofaktoren

Haben Hormone Einfluss auf die Blase?

Ja, in bestimmten Hormonumstellungsphasen, beispielsweise vor der Menstruation oder in den Wechseljahren kommt es zu Veränderungen im weiblichen Hormonhaushalt. Die Schleimhäute sind dünner, die Scheidenflora verändert. Bakterien können sich so besser ansiedeln und in die Blase aufsteigen.

Hier erfahren Sie mehr zum weiblichen Zyklus und seinem empfindlichen Hormongleichgewicht: weiblicher Zyklus.

Wann ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll?

Treten gehäuft Blasenentzündungen durch Hormonveränderungen auf, sollte der Gynäkologe in die Therapie einbezogen werden. Einer Blasenentzündung in den Wechseljahren kann beispielsweise bei starken Beschwerden durch eine vaginale Hormontherapie vorgebeugt werden. Bei jüngeren Frauen kann hingegen ein Wechsel des Kontrazeptivums („Pille“) das Auftreten von Blasenentzündungen minimieren.

In all diesen Fällen sollte auch die Vaginalschleimhaut auf eine mögliche Infektion untersucht werden. Sie kann das Auftreten von Blasenentzündungen ebenfalls fördern.
Tritt ein Harnwegsinfekt in der Schwangerschaft auf, bedarf es in jedem Fall einer ärztlichen Behandlung.

Hier finden Sie wichtige Hinweise, wann ein Arztbesuch zu empfehlen ist: Wann zum Arzt?

Periode

Kann man während der Periode eine Blasenentzündung bekommen?

Ja, das ist möglich. Wenn es zu einer Blasenentzündung kommt, ist es sogar relativ häufig, dass diese kurz vor oder während der Monatsblutung auftritt.

Innerhalb des weiblichen Menstruationszyklus treten periodische Veränderungen der Hormonspiegel im Blut auf, wobei es vor der Periode zu einem Absinken des Östrogenspiegels kommt. Das wirkt sich auf die Durchblutung der Schleimhäute und das Abwehrsystem im Intimbereich aus. Kurz vor dem Einsetzen und während der Periode sind Frauen daher anfälliger für Infektionen im Bereich der Harnwege und der Blase.

Durch achtsames Verhalten (ausreichend Trinken, nicht Unterkühlen, Stärkung des Immunsystems) kann eine Blasenentzündung aber in dieser Phase meist verhindert oder zumindest bald gelindert werden. Bei ständigen Blasenentzündungen während der Periode sollte allerdings lieber ein Arzt aufgesucht werden.

Kann man durch Tampons eine Blasenentzündung bekommen?

Während der Periode sind die Schleimhäute im Intimbereich anfälliger für Infektionen, daher ist es besonders wichtig, während der Blutungstage auf eine gute Intimhygiene zu achten. Das betrifft auch die Verwendung von Tampons. Beim Wechseln der Tampons können Bakterien in die Vagina und auch in die Harnröhre übertragen werden. Deshalb ist es ratsam, sich vor dem Einführen des Tampons gründlich die Hände zu waschen. Einführhilfen können bei richtiger Anwendung zusätzlich das Infektionsrisiko verringern.

Das Wechseln der Tampons stellt also bei mangelnder Hygiene eine potenzielle Infektionsquelle dar, gleichzeitig ist häufiges Wechseln ein relevanter Schutzfaktor. Verbleibt der Tampon nämlich längere Zeit  in der Vagina, können sich darin Bakterien vermehren und zu einer Infektion führen. In schweren Fällen kann es zum sogenannten Toxischen Schock-Syndrom, kurz TSS, kommen. Bei dieser, früher umgangssprachlich auch „Tamponkrankheit“ genannten Komplikation, kommt es zu einer schnell voranschreitenden Infektion im Körper, die im schlimmsten Fall zum Multiorganversagen führen kann. Etwas höher ist das Infektionsrisiko bei hochsaugfähigen Tampons mit synthetischen Fasern, wobei TSS im Vergleich zu unkomplizierten Blasenentzündungen zum Glück sehr selten ist.

Was tun bei Blasenentzündung während der Periode?

Blasenentzündungen während, vor oder nach der Periode sollten prinzipiell gleich behandelt werden. Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Ruhe und Wärme und unterstützen Sie den Heilungsprozess der Blase durch pflanzliche Arzneimittel wie Canephron® Uno.Während der Blutungstage ist es außerdem besonders wichtig, auf die richtige Intimhygiene zu achten. Das bedeutet: Gründliches Händewaschen vor dem Wechsel von Tampons, Menstruationstassen etc., regelmäßiges Wechseln der Hilfsmittel und Vermeidung von Kälte im Bereich des Unterleibs – das reduziert nämlich die Durchblutung der Schleimhäute und schwächt dadurch das Abwehrsystem.

Verhütung

Können bestimmte Verhütungsmittel das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöhen?

Das ist möglich. Nachgewiesen ist dieses erhöhte Risiko beispielsweise bei der Verwendung von mit Spermiziden beschichteten Diaphragmen oder Kondomen.

Blasenentzündung durch Pille?

Bei oralen Kontrazeptiva, der „Anti-Baby-Pille“ oder kurz Pille, ist die Datenlage weniger eindeutig. Es gibt Meinungen, dass die Schleimhäute durch die künstlichen Veränderungen im Hormonhaushalt anfälliger für Infektionen sind. Andere gehen davon aus, dass junge Frauen, die die Pille einnehmen, im Durchschnitt mehr Geschlechtsverkehr haben und sich das Risiko für Harnwegsinfektionen deshalb erhöht – diese Form wird auch als Honeymoon-Zystitis bezeichnet.

Die Pille kann auch gewechselt werden

Feststeht, dass Frauen, die häufiger unter Harnwegsinfektionen leiden, dies einmal gynäkologisch abklären lassen sollten. Mitunter kann der Wechsel auf eine andere Pille oder auch eine ganz andere Verhütungsmethode helfen.

Wechseljahre

Wie verändert sich die Blase in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren kommt es zu hormonellen Umstellungen. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone wie Östrogen und Progesteron wird zunehmend eingestellt. Das kann zu den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und körperlichen Veränderungen führen. Es dauert eine Zeit lang, bis sich der Körper auf die veränderten Hormonspiegel eingespielt hat. Hinzukommt, dass es mit zunehmendem Alter ohnehin zur Verlangsamung verschiedener Stoffwechselprozesse kommt und dadurch Symptome wie Trockenheit der Scheide bzw. gereizte Schleimhäute in Harnröhre, Blase etc. auftreten können.

Zusammengefasst ist die natürliche Schutzbarriere in den Wechseljahren durch mehrere Faktoren herabgesetzt und damit das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöht. Gerade Frauen in den Wechseljahren greifen dann lieber auf schonende pflanzliche Arzneimittel zurück, da die Beschwerden so praktisch ohne Nebenwirkung gelindert werden können.

Lesen Sie hier mehr zu der Behandlung mit Heilpflanzen: Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung

Was tun bei Reizblase in den Wechseljahren?

Das Krankheitsbild einer Reizblase, bzw. überaktiven Blase, zeichnet sich durch plötzlich auftretenden und dringenden Harndrang aus. Beim Wasserlassen kommt dann in der Regel aber nur wenig Urin. Beides ebenfalls typische Anzeichen einer akuten Blasenentzündung, nur dass Betroffene mit einer überaktiven Blase dauerhaft unter den Beschwerden leiden und die Ursachen bislang ungeklärt sind. Als Auslöser werden unter anderem psychische Faktoren, Östrogenmangel (wie beispielsweise in den Wechseljahren) oder Erkrankungen der Blase und Harnwege diskutiert.

Therapie: Training und Medikamente

Therapie der Wahl ist in der Regel eine Kombination aus Beckenbodentraining zur Stärkung der Muskulatur und einem Blasentraining, bei dem die bewusste Kontrolle des Harndrangs geübt wird, um so das unkontrollierte Wasserlassen zu reduzieren. Auch Medikamente zur Entspannung der Blase können zur Ergänzung des Trainings eingesetzt werden.

Wichtige Fragen und Antworten zu hormonbedingten Blasenentzündungen

Wie wirkt sich ein Östrogenmangel auf die Blase aus?

In hormonellen Umstellungsphasen wie den Wechseljahren oder auch während einer Schwangerschaft kann sich zwischenzeitlich die Anfälligkeit der Schleimhäute für mögliche Infektionen erhöhen. Das kann zu häufigeren Harnwegsinfektionen führen, muss aber nicht. In den Wechseljahren kommen zusätzlich zu den hormonellen Veränderungen auch allgemeine Alterserscheinungen wie trockene Schleimhäute hinzu, die die natürliche Schutzbarriere reduzieren können.

Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen in solchen Phasen müssen deshalb aber nicht gleich Östrogene oder andere Hormone verabreicht werden. Es ist aber ratsam, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, um mögliche andere Erkrankungen auszuschließen und der genauen Ursache auf den Grund zu gehen.

Mehr zu den Symptomen bei Blasenentzündung lesen Sie hier: Blasenentzündung - Symptome und Anzeichen

Welcher Arzt für Blasenentzündungen?

Beim Auftreten der typischen Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib und häufigem Harndrang muss nicht immer gleich ein Arzt aufgesucht werden. Unkomplizierte Blasenentzündungen heilen in den meisten Fällen von allein aus. Anders sieht das aber bei rezidivierenden Blasenentzündungen und bei bestimmten Risikogruppen aus. Schwangere, Kinder, Männer und chronisch Erkrankte sollten derartige Beschwerden immer zeitnah ärztlich abklären lassen. Am besten in einer Praxis der folgenden Fachrichtungen:

  • Allgemeinmedizin (Hausarzt)
  • Innere Medizin
  • Gynäkologie (Frauenheilkunde)
  • Urologie

Bei vielen besteht zum Hausarzt die längste Vertrauensbasis und deswegen ist dies häufig die erste Anlaufstelle. Sollte der Hausarzt beispielsweise nicht alle notwendigen Untersuchungen durchführen können, wird dieser Sie dann entsprechend an eine andere Fachrichtung überweisen.

Warum Blasenentzündung in den Wechseljahren?

Dass Frauen während der Wechseljahre häufiger unter Blasenentzündungen leiden, liegt an zwei Gründen: Zum einen kommt es während dieser Zeit zur Abnahme der Produktion von Östrogen und Progesteron. Bis sich der Körper auf die hormonellen Veränderungen eingestellt hat, kann die Anfälligkeit der Schleimhäute für mögliche Bakterien dadurch erhöht sein. Zum anderen spielen auch generelle Alterungsprozesse während dieser Zeit eine wichtige Rolle. Viele Stoffwechselprozesse verlangsamen sich mit zunehmendem Alter, das kann zu trockener Haut, trockenen Schleimhäuten und einer reduzierten natürlichen Schutzbarriere führen – Faktoren, die das Risiko für Harnwegsinfektionen zusätzlich erhöhen.

Autorin unseres Artikels
 
Dr. med. Michaela Hilburger, Medizinjournalistin

Dr. med. Michaela Hilburger
Medizinjournalistin

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Klinikum Landshut gemeinnützige GmbH, Abteilung Urologie, Landshut

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Medizinjournalistin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung

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*Canephron® ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen entzündlicher Erkrankungen der Harnwege.


Quellen 

Blasenentzündung (o. D.): Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), [online] https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/blasenentzuendung/ursachen/ [abgerufen am 25.11.2022].│ Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten (S3-Leitlinie) (2017). Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU). AWMF-Registernr.: 043 - 044.│ Perrotta, C., Aznar, M., Mejia, R., Albert, X., & Ng, C. W. (2008): Oestrogens for preventing recurrent urinary tract infection in postmenopausal women, in: The Cochrane database of systematic reviews, (2), [online] doi:10.1002/14651858.CD005131.pub2

Bildnachweise

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