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Aktualisiert am 02.09.2022

Blasenentzündung durch Hormonveränderungen

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Phasen hormoneller Umstellungen führen besonders häufig zu Blasenentzündungen. Die Pubertät, Wechseljahre, Schwangerschaft oder die Zeit vor der Menstruation sind Beispiele dafür. Doch warum ist das so? Welche Frauen sind besonders betroffen und was kann man dagegen bzw. vorbeugend tun?

Lesedauer: 4 Minuten

Grundlagen und Risikofaktoren

Haben Hormone Einfluss auf die Blase?

Ja, in bestimmten Hormonumstellungsphasen, beispielsweise vor der Menstruation oder in den Wechseljahren kommt es zu Veränderungen im weiblichen Hormonhaushalt. Die Schleimhäute sind dünner, die Scheidenflora verändert. Bakterien können sich so besser ansiedeln und in die Blase aufsteigen.

Hier erfahren Sie mehr zum weiblichen Zyklus und seinem empfindlichen Hormongleichgewicht: weiblicher Zyklus.

Wann ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll?

Treten gehäuft Blasenentzündungen durch Hormonveränderungen auf, sollte der Gynäkologe in die Therapie einbezogen werden. Einer Blasenentzündung in den Wechseljahren kann beispielsweise bei starken Beschwerden durch eine vaginale Hormontherapie vorgebeugt werden. Bei jüngeren Frauen kann hingegen ein Wechsel des Kontrazeptivums („Pille“) das Auftreten von Blasenentzündungen minimieren.

In all diesen Fällen sollte auch die Vaginalschleimhaut auf eine mögliche Infektion untersucht werden. Sie kann das Auftreten von Blasenentzündungen ebenfalls fördern.
Tritt ein Harnwegsinfekt in der Schwangerschaft auf, bedarf es in jedem Fall einer ärztlichen Behandlung.

Hier finden Sie wichtige Hinweise, wann ein Arztbesuch zu empfehlen ist: Wann zum Arzt?

Verhütung

Können bestimmte Verhütungsmittel das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöhen?

Das ist möglich. Nachgewiesen ist dieses erhöhte Risiko beispielsweise bei der Verwendung von mit Spermiziden beschichteten Diaphragmen oder Kondomen.

Blasenentzündung durch Pille?

Bei oralen Kontrazeptiva, der „Anti-Baby-Pille“ oder kurz Pille, ist die Datenlage weniger eindeutig. Es gibt Meinungen, dass die Schleimhäute durch die künstlichen Veränderungen im Hormonhaushalt anfälliger für Infektionen sind. Andere gehen davon aus, dass junge Frauen, die die Pille einnehmen, im Durchschnitt mehr Geschlechtsverkehr haben und sich das Risiko für Harnwegsinfektionen deshalb erhöht – diese Form wird auch als Honeymoon-Zystitis bezeichnet.

Die Pille kann auch gewechselt werden

Feststeht, dass Frauen, die häufiger unter Harnwegsinfektionen leiden, dies einmal gynäkologisch abklären lassen sollten. Mitunter kann der Wechsel auf eine andere Pille oder auch eine ganz andere Verhütungsmethode helfen.

Wechseljahre

Wie verändert sich die Blase in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren kommt es zu hormonellen Umstellungen. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone wie Östrogen und Progesteron wird zunehmend eingestellt. Das kann zu den typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und körperlichen Veränderungen führen. Es dauert eine Zeit lang, bis sich der Körper auf die veränderten Hormonspiegel eingespielt hat. Hinzukommt, dass es mit zunehmendem Alter ohnehin zur Verlangsamung verschiedener Stoffwechselprozesse kommt und dadurch Symptome wie Trockenheit der Scheide bzw. gereizte Schleimhäute in Harnröhre, Blase etc. auftreten können.

Zusammengefasst ist die natürliche Schutzbarriere in den Wechseljahren durch mehrere Faktoren herabgesetzt und damit das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöht. Gerade Frauen in den Wechseljahren greifen dann lieber auf schonende pflanzliche Arzneimittel zurück, da die Beschwerden so praktisch ohne Nebenwirkung gelindert werden können.

Lesen Sie hier mehr zu der Behandlung mit Heilpflanzen: Pflanzliche Arzneimittel bei Blasenentzündung

Was tun bei Reizblase in den Wechseljahren?

Das Krankheitsbild einer Reizblase, bzw. überaktiven Blase, zeichnet sich durch plötzlich auftretenden und dringenden Harndrang aus. Beim Wasserlassen kommt dann in der Regel aber nur wenig Urin. Beides ebenfalls typische Anzeichen einer akuten Blasenentzündung, nur dass Betroffene mit einer überaktiven Blase dauerhaft unter den Beschwerden leiden und die Ursachen bislang ungeklärt sind. Als Auslöser werden unter anderem psychische Faktoren, Östrogenmangel (wie beispielsweise in den Wechseljahren) oder Erkrankungen der Blase und Harnwege diskutiert.

Therapie: Training und Medikamente

Therapie der Wahl ist in der Regel eine Kombination aus Beckenbodentraining zur Stärkung der Muskulatur und einem Blasentraining, bei dem die bewusste Kontrolle des Harndrangs geübt wird, um so das unkontrollierte Wasserlassen zu reduzieren. Auch Medikamente zur Entspannung der Blase können zur Ergänzung des Trainings eingesetzt werden.

Wichtige Fragen und Antworten zu hormonbedingten Blasenentzündungen

Wie wirkt sich ein Östrogenmangel auf die Blase aus?

In hormonellen Umstellungsphasen wie den Wechseljahren oder auch während einer Schwangerschaft kann sich zwischenzeitlich die Anfälligkeit der Schleimhäute für mögliche Infektionen erhöhen. Das kann zu häufigeren Harnwegsinfektionen führen, muss aber nicht. In den Wechseljahren kommen zusätzlich zu den hormonellen Veränderungen auch allgemeine Alterserscheinungen wie trockene Schleimhäute hinzu, die die natürliche Schutzbarriere reduzieren können.

Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen in solchen Phasen müssen deshalb aber nicht gleich Östrogene oder andere Hormone verabreicht werden. Es ist aber ratsam, bei entsprechenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, um mögliche andere Erkrankungen auszuschließen und der genauen Ursache auf den Grund zu gehen.

Mehr zu den Symptomen bei Blasenentzündung lesen Sie hier: Blasenentzündung - Symptome und Anzeichen

Welcher Arzt für Blasenentzündungen?

Beim Auftreten der typischen Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib und häufigem Harndrang muss nicht immer gleich ein Arzt aufgesucht werden. Unkomplizierte Blasenentzündungen heilen in den meisten Fällen von allein aus. Anders sieht das aber bei rezidivierenden Blasenentzündungen und bei bestimmten Risikogruppen aus. Schwangere, Kinder, Männer und chronisch Erkrankte sollten derartige Beschwerden immer zeitnah ärztlich abklären lassen. Am besten in einer Praxis der folgenden Fachrichtungen:

  • Allgemeinmedizin (Hausarzt)
  • Innere Medizin
  • Gynäkologie (Frauenheilkunde)
  • Urologie

Bei vielen besteht zum Hausarzt die längste Vertrauensbasis und deswegen ist dies häufig die erste Anlaufstelle. Sollte der Hausarzt beispielsweise nicht alle notwendigen Untersuchungen durchführen können, wird dieser Sie dann entsprechend an eine andere Fachrichtung überweisen.

Warum Blasenentzündung in den Wechseljahren?

Dass Frauen während der Wechseljahre häufiger unter Blasenentzündungen leiden, liegt an zwei Gründen: Zum einen kommt es während dieser Zeit zur Abnahme der Produktion von Östrogen und Progesteron. Bis sich der Körper auf die hormonellen Veränderungen eingestellt hat, kann die Anfälligkeit der Schleimhäute für mögliche Bakterien dadurch erhöht sein. Zum anderen spielen auch generelle Alterungsprozesse während dieser Zeit eine wichtige Rolle. Viele Stoffwechselprozesse verlangsamen sich mit zunehmendem Alter, das kann zu trockener Haut, trockenen Schleimhäuten und einer reduzierten natürlichen Schutzbarriere führen – Faktoren, die das Risiko für Harnwegsinfektionen zusätzlich erhöhen.

*Canephron® ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung und zur Ergänzung spezifischer Maßnahmen bei leichten Beschwerden (wie häufigem Wasserlassen, Brennen beim Wasserlassen und verstärktem Harndrang) im Rahmen entzündlicher Erkrankungen der Harnwege.


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