Bild Blasenentzündung Symptome
Aktualisiert am 21.06.2024

Blasenentzündung beim Mann – Was tun?

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Bei Männern können Blasenentzündungen ebenso auftreten wie bei Frauen, allerdings ist dies deutlich seltener der Fall. Das liegt an der unterschiedlichen Anatomie bei beiden Geschlechtern. Bei Männern sollten Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterleib oder Blut im Urin immer von einem Arzt abgeklärt werden. In manchen Fällen können auch andere Ursachen dahinterstecken, die eine andere Behandlung benötigen.

Lesedauer: 3 Minuten

Ursachen und Symptome

Welche Symptome hat ein Mann bei einer Blasenentzündung?

Die Beschwerden sind bei Männern und Frauen prinzipiell gleich.

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen/ Brennen beim Wasserlassen
  • Probleme beim Wasserlassen
  • ständiger Harndrang (mit nur wenig Urin)
  • nächtliches Wasserlassen
  • Druckgefühl/ Schmerzen im Unterleib

Mehr zu den typischen Beschwerden einer Blasenentzündung lesen Sie hier: Blasenentzündung Symptome

Wie bekommt ein Mann eine Blasenentzündung?

Bei Männern werden Harnwegsinfekte, wie bei Frauen auch, in den meisten Fällen durch Darmbakterien ausgelöst. Genauer gesagt durch das Darmbakterium Escherichia coli, kurz E. coli. Diese können beispielsweise über die Hände oder beim Geschlechtsverkehr auf den Eingang der Harnröhre übertragen werden und sich von dort aus weiter in die Blase ausbreiten.

Längere Harnröhre schützt Männer besser vor aufsteigenden Infektionen

Der Grund, warum Frauen so viel häufiger von Harnwegsinfekten betroffen sind als Männer, liegt in der unterschiedlichen Anatomie. Zum einen ist die Harnröhre bei Frauen mit 3–5 cm wesentlich kürzer. Beim männlichen Geschlecht beträgt die durchschnittliche Länge der Harnröhre zwischen 17 und 20 cm. Hier müssen die Bakterien daher viel weiter aufsteigen als bei Frauen. Das führt dazu, dass die Bakterien häufig schon wieder ausgespült werden, bevor sie eine Entzündung in der Blase verursachen können.

Zum anderen sind Darmausgang und Harnröhren-Eingang bei Frauen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und liegen somit viel näher zusammen als bei Männern. Dadurch können Darmbakterien – beispielsweise beim Geschlechtsverkehr oder beim Toilettengang – deutlich leichter in die Harnwege übertragen werden. Aber auch bei Männern ist es natürlich möglich, dass durch falsche Intimhygiene oder fehlendes Händewaschen Darmbakterien in die Harnröhre übertragen werden und dort eine Entzündung hervorrufen.

Besonderheit im Krankenhaus

Eine Blasenentzündung bei Männern tritt häufig auch während eines Krankenhausaufenthaltes auf, z. B. wenn wegen einer Operation oder Erkrankungen im Bereich der Blase bzw. Harnwege ein Katheter gelegt werden musste. Dabei handelt es sich um einen dünnen, weichen Schlauch, über den vorübergehend der Urin aus der Blase ausgeschieden wird. Das Problem: Katheter sind eine optimale Eintrittspforte für Bakterien, die sich an dem dünnen Schlauch entlang weiter Richtung Blase ausbreiten können.

Können die Symptome auch andere Ursachen haben?

Beschwerden wie Schmerzen bzw. Brennen beim Wasserlassen, Krämpfe und Schmerzen im Unterleib, häufiger Harndrang oder auch Blut im Urin müssen bei Männern immer von einem Arzt abgeklärt werden. Diese Symptome können durch eine Blasenentzündung ausgelöst werden, es gibt aber auch andere mögliche Ursachen.

Häufig liegt eine Entzündung der Prostata vor. Diese kann entweder im Rahmen einer Blasenentzündung auftreten, wenn die Infektion auch in die Prostata aufsteigt. Oder es geht andersherum, , dass eine ursprüngliche Entzündung der Prostata Auslöser für wiederkehrende Harnwegsinfektionen ist.

Bei Beschwerden wie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sollten immer auch sexuell übertragbare Erkrankungen ausgeschlossen werden. Chlamydien oder Gonokokken (Tripper) können beispielsweise eine Entzündung der Harnwege auslösen, die zu ähnlichen Symptomen führt.

 

Wie gefährlich ist die Blasenentzündung beim Mann?

Liegt eine unkomplizierte Blasenentzündung bei einem ansonsten gesunden Mann ohne Vorerkrankungen oder Veränderungen im Bereich der Blase, Harnwege und Nieren vor, sind in der Regel keine Komplikationen zu erwarten. Dennoch sollten die Beschwerden immer durch einen Arzt untersucht werden, um mögliche Risikofaktoren und andere Ursachen auszuschließen.

Da Harnwegsinfektionen bei Männern deutlich seltener sind als bei Frauen, gilt jede Erkrankung bis zum Ausschluss möglicher komplizierender Faktoren als „komplizierte Blasenentzündung“ und muss demnach ärztlich behandelt werden.

Vorsicht ist stets geboten, wenn sich die Entzündung weiter in die Nieren ausbreitet. Auch eine Beteiligung der Prostata sollte immer zeitnah behandelt werden, um Folgeschäden und die Entwicklung einer chronischen Prostatitis zu vermeiden.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung bei einem Mann?

Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung dauert es auch bei Männern in der Regel etwa eine Woche bis die Beschwerden abgeklungen sind.

Liegen Risikofaktoren (Vorerkrankungen, Veränderungen im Bereich der ableitenden Harnwege) oder komplizierende Faktoren wie eine zusätzliche Beteiligung der Prostata vor, kann es durchaus länger dauern, bis die Entzündung vollständig ausgeheilt ist.

Behandlung und Tipps

Was hilft bei einer Blasenentzündung bei einem Mann?

Anders als bei Frauen wird bei Männern in der Regel jede Harnwegsinfektion mit Antibiotika behandelt. Wie genau die Behandlung aussieht, entscheidet der behandelnde Arzt je nach Schwere der Entzündung und ob noch weitere Organe von der Infektion betroffen sind.

Behandlung selbst unterstützen

Unabhängig von der antibiotischen Therapie gibt es ein paar Hinweise, wie betroffene Männer den Heilungsprozess unterstützen können:

  • Viel trinken: Das hilft dabei, die Bakterien auszuspülen. Gleichzeitig ist ausreichend Flüssigkeit wichtig für das Immunsystem.
  • Ruhe: Stress und körperliche Anstrengung wirken sich negativ auf das Abwehrsystem aus. Betroffene sollten sich daher viel ausruhen, ausreichend schlafen und größere Anstrengungen bis zum Abklingen der Beschwerden vermeiden.
  • Wärme: Heizkissen, Wärmflaschen oder Kirschkernkissen können dabei helfen, Schmerzen oder Krämpfe im Unterleib zu lindern.
  • Kein Sex: Auf Geschlechtsverkehr sollte bis zum vollständigen Abklingen aller Beschwerden verzichtet werden. Zum einen wird dadurch das Risiko verringert, dass die Infektion auf die Partnerin übertragen wird, zum anderen können beim Geschlechtsverkehr die Schleimhäute zusätzlich gereizt werden, was zu einer Verschlechterung der Beschwerden führen kann.

Weitere Informationen zur unterstützenden Behandlung bei Harnwegsinfektionen finden Sie hier: Hausmittel gegen Blasenentzündung

Welche Antibiotika helfen gegen Blasenentzündungen bei Männern?

Bei Männern wird in der Regel jede Infektion der Harnwege mit Antibiotika behandelt. Da es teilweise schwierig sein kann, sicher auszuschließen, dass die Prostata nicht beteiligt ist, werden vorsichtshalber meist Antibiotika-Therapien eingesetzt, die eine solche Prostatainfektion mit abdecken. Da die Antibiotika, die standardmäßig bei Frauen gegeben werden, nicht ausreichend in der Prostata wirken, greift man bei Männern auf andere Wirkstoffe zurück.

In manchen Fällen wird eine Kombination verschiedener Antibiotika gegeben. Welche Wirkstoffe genau, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab – beispielsweise ob die Infektion im Krankenhaus erworben wurde oder außerhalb, ob schon andere Antibiotika gegeben wurden und z. B. auch, ob ein Katheter liegt.

Was erwartet mich beim Arztbesuch?

Probleme im Bereich der Genitalregion sind vielen Betroffenen unangenehm, trotzdem sollten Beschwerden wie Schmerzen, Brennen oder Probleme beim Wasserlassen bei Männern immer von einem Arzt untersucht werden.

Bei dem Arzttermin werden in der Regel zunächst einige Fragen rund um die Symptome gestellt. Im Anschluss daran erfolgt die körperliche Untersuchung. Meist wird auch direkt Urin abgenommen, der im Labor genauer untersucht wird. Der unangenehmste Teil ist für Männer sicherlich die rektale Untersuchung der Prostata mit dem Finger. Auch das gehört aber zur Standarddiagnostik bei derartigen Beschwerden, um besser einschätzen zu können, ob die Prostata möglicherweise entzündet ist. Ist diese bei der Untersuchung vergrößert und/oder schmerzhaft, spricht das für eine Entzündung der Prostata.

Autorin unseres Artikels
 
Dr. med. Michaela Hilburger, Medizinjournalistin

Dr. med. Michaela Hilburger
Medizinjournalistin

    Studium:
  • Ludwig-Maximilians-Universität in München
    Berufliche Stationen:
  • Klinikum Landshut gemeinnützige GmbH, Abteilung Urologie, Landshut

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Medizinische Prüfung
des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin

Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
Medizinjournalistin

    Studium:
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
    Berufliche Stationen:
  • Leitung Medizin-Online / Chefredakteurin Springer Nature
  • Medizinische Gutachterin für ärztliche CME-Fortbildung

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